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  • AutorenbildEmma

Vancouver 2022

Gedanken am Strand



Ich habe mich länger gefragt, warum es genau so gekommen ist, dass ich meine Reise (die eigentlich für Sommer 2021 geplant war) erst eineinhalb Jahre später und alleine, statt mit Michi, antrete.


Warum genau jetzt?

Nachdem ich die letzten Monate doch sowieso so viel unterwegs war und selten zur Ruhe gekommen bin. Und jetzt, so kurz vor dem Launch meiner Website und dem Beginn meines Studiums, also eigentlich mitten im Trubel meines Lebens, mitten in der aufregendsten Zeit der letzten Jahre …

Langsam merke ich wieder, dass das, wie eigentlich immer im Leben, wohl genau so kommen musste.

Oder vielleicht geht es gar nicht so sehr darum, was das Leben so für uns bereithält, sondern darum, wie bereit wir sind, uns darauf einzulassen und zu vertrauen, dass es so richtig ist.

Egal wie schmerzhaft die Erfahrung, irgendwie hat ja bisher doch alles in das große Bild von meinem Leben reingepasst.

Und so auch diese Reise. Der krönende Abschluss meiner letzten drei Jahre mit mir selbst.


Die letzten Jahre haben so viel in mir aufgewühlt, wie davor noch nie aufgewühlt wurde und zwischendurch hab ich nur noch sehr schlecht durch den ganzen Nebel sehen können, wo ich bin und wo ich hin will. Aber Stück für Stück hat sich langsam alles seinen Platz gefunden in meiner neuen Welt. Ich fühle mich wie kurz vor einer Neugeburt.

Der Anfang von einem wirklich authentischen Emma-Leben.

Und jetzt bin ich hier alleine an diesem so wichtigen Ort für mich und es fühlt sich an, als würden die letzten Puzzleteile auch ihren Platz finden. Es fühlt sich nach Kraft sammeln an und nach der tiefen Ruhe vor all dem schönen Trubel und der Aufregung, die jetzt zu Hause auf mich wartet.


Es fühlt sich nach Frieden schließen und vergeben an. Meinem Ich von vor 3 Jahren endlich zu vergeben, dass das Leben sie fast umgehauen hat und Frieden schließen mit mir und all dem, was nicht in meiner Kontrolle lag. Es fühlt sich nach endgültig Abschiednehmen an von Menschen, die damals in meinem Leben waren und es jetzt nicht mehr sind und nach unendlicher Dankbarkeit für die Menschen, die seitdem in mein Leben getreten sind.


Und ganz nebenbei merke ich, dass ich in den letzten Jahren, so schmerzhaft es auch teils war, gelernt habe, alleine zu sein. Dass ich eine tiefe Freundschaft mit mir selbst entwickelt habe und, dass diese wahrscheinlich die kostbarste, tiefste und ehrlichste Freundschaft ist, die ich je hatte und haben werde.


Ich dachte, dass ich, wenn ich wieder hier bin, der Zeit damals nachtrauern würde und dem Menschen, der ich war. Aber stattdessen spüre ich einfach nur Dankbarkeit und Frieden.


Dankbarkeit für meine Zeit hier damals und auch dafür, dass ich den Ort jetzt ganz anders erleben darf.

Dankbarkeit für meine Wahrnehmung damals und für all das zusätzliche Bewusstsein, das seitdem entstanden ist.

Frieden mit der Emma, die ich war und der Emma, die ich heute bin.

Ich werde mir mit jedem Jahr meines Lebens ein Stückchen näher kommen und hoffentlich jedes Jahr dazulernen, aber ich hab das Gefühl, dass die letzten drei Jahre mich auf diesem Weg um Lichtjahre weiter gebracht haben.


Jetzt, genau hier und in diesem Moment, bin ich mir so nah wie noch nie.

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